Richtige Nutzung des Histogramms

Jeder (Fotograf – ob Hobby oder Profi) kennt es, viele verstehen es aber nicht, oder nicht zu 100%! Die Rede ist natürlich vom Histogramm. Nahezu jede aktuelle Kamera bietet die Möglichkeit, ein solches Histogramm einzublenden. Einige zeigen es, wenn man die bereits gespeicherten Bilder ansieht, manche bieten auch die Möglichkeit, direkt im LiveView, während man die Aufnahme vorbereitet, ein solches Histogramm einzublenden.

Grundsätzlich kann man einmal zusammengefasst sagen, dass das Histogramm euch mitteilt, ob das Bild richtig belichtet ist.

Die verschiedenen Bereiche des Histogramms

Das Histogramm kann man in fünf Bereiche aufteilen: Von links nach rechts sind das Schwarz, Tiefen, Belichtung, Lichter und Weiß. Nun zeigt das Histogramm meist eine Wellenform und fast nie eine horizontale Linie oder Ähnliches. Das hängt damit zusammen, dass es eigentlich gar keine Linie ist, sondern einzelne Balken bzw. Säulen. Davon werden 256 Stück abgebildet! Diese 256 Säulen bilden 256 verschiedene Helligkeitswerte ab, von 100% Schwarz (0) bis 100% Weiß (255).

Unterbelichtung

unterWenn man ein Histogramm sieht, das so aussieht, wie das nebenstehende, dann hat man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein unterbelichtetes Foto. Die schwarzen Bereiche dominieren hier das Bild, weshalb die Welle stark auf der linken Seite des Histogramms zu sehen ist.

Doch Vorsicht: In manchen Fällen kann das natürlich auch gewünscht sein! Wenn ihr eine Nachtaufnahme der Frankfurter Skyline macht, oder einen Adventskranz mit brennenden Kerzen fotografiert, hat diese Aufnahme natürlich auch einen dunkleren Gesamteindruck. Bei solchen low key Aufnahmen ist das Histogramm also mit Vorsicht zu genießen.

Überbelichtung

ueberDas Gegenteil seht ihr im Falle eine Überbelichtung. Hier sind bei der Aufnahme vor allem die Weißbereiche dominant. Die Welle des Histogramms ist auf der rechten Seite hoch ausgeschlagen, während links, bei den dunklen Tönen, nichts im Bild zu sein scheint. Das Bild ist also überbelichtet.

Auch hierbei sollte man gewisse Einschränkungen beachten: Eine high key Aufnahme, bei der bewusst ein Motiv extrem hell dargestellt wird und sich nur durch die Konturen absetzt, wird im Histogramm immer als Überbelichtung dargestellt werden.

Korrekte Belichtung

korrektHier seht ihr nun eine korrekte Belichtung. Das bedeutet, dass ähnlich viele Schwarz- und Weißanteile im Foto vorhanden sind. Die Welle ist recht gleichmäßig und schlägt nur vereinzelt aus.

Wichtig ist hierbei, dass es nicht zwangsläufig immer eine korrekte Belichtung geben muss. Bilder unter sehr schwierigen Lichtsituationen, z.B. im Sonnenuntergang, werden selten ein perfektes Histogramm nach sich ziehen. Das ist aber alles kein Drama.

Das Histogramm sollte, wie so vieles, nur als Richtlinie betrachtet werden, und kein Gesetz sein. Es kann euch in manchen Situationen helfen, das Histogramm zu betrachten und die Einstellungen an eurer Kamera noch einmal anzupassen. Das erleichtert euch im Nachgang den Workflow mit Lightroom oder der Software eurer Wahl.