Wie man Smart Previews in Lightroom richtig nutzt

Mit dem Release von Lightroom 5 wurde ein neues Feature vorgestellt, welches vielleicht bisher noch nicht so bekannt geworden ist, wie es eigentlich sein sollte: Smart Previews. Ich habe mich seit einer Weile ausführlich mit Smart Previews beschäftigt und möchte meine Meinung gerne hier teilen.

Was Smart Previews sind

Smart Previews kann man in Lightroom (ab Version 5) von jedem Foto im Katalog erstellen. Sobald diese erzeugt sind, kann man sich die Fotos im Katalog ansehen, ohne dass diese mit dem Computer verbunden sind. Außerdem könnt ihr die Bilder sogar bearbeiten! Sobald ihr euer Speichermedium, auf dem die Originaldateien liegen, wieder verbindet, werden alle Änderungen automatisch übertragen. Das mag zunächst verwirrend sein, wird aber gleich deutlich werden.

Sobald ihr den Workflow startet, erstellt Lightroom für euch relativ niedrig aufgelöste DNG-Dateien von euren Fotos. Vor allem für die meist recht großen RAW-Dateien kann dies sinnvoll sein. Als ungefähren Größenvergleicht gibt Adobe an, dass 500 RAW-Bilder einer durchschnittlichen DSLR 14 GB an Speicherpatz benötigen. Erzeugt man daraus Smart Previews, belegen diese nur noch 400 MB auf eurer Festplatte. Das macht vor allem Sinn, falls ihr einen Laptop mit einer SSD nutzt, da hier die Speicher noch nicht so viel hergeben.

Ein weitere großer Vorteil bei Smart Previews ist, dass Lightroom diese automatisch immer auf dem neusten Stand hält. Auch wenn ihr eure Smart Previews schon vor einer Weile erstellt habt, wird Lightroom jede Änderung, die ihr an der Originaldatei vornehmt, auch auf die Smart Previews anwenden. Somit arbeitet ihr immer am letzten Stand eurer Bilder.

Wie man Smart Previews erstellt

Im Wesentlichen gibt es zwei Vorgehensweisen, um Smart Previews zu erstellen.

Importieren

Am einfachsten und unkompliziertesten ist es, Smart Previews direkt beim Importieren der Bilder von der Speicherkarte zu erstellten. Hierzu müsst ihr nur sicherstellen, im Importdialog oben rechts unter „File Handling“ im Reiter die Smart Previews auszuwählen. Lightroom wird für jedes Foto, dass in den Katalog aufgenommen wird, automatisch auch ein Smart Preview integrieren.

On demand

Die zweite Möglichkeit zur Erstellung von Smart Previews habt ihr, indem ihr es einfach manuell macht. Hierzu markiert ihr ein oder mehrere Bilder bzw. Ordner. Dann geht ihr in der Menüleiste unter dem Punkt „Library“ zu „Previews“, dort wählt ihr dann einfach „Build Smart Previews“. Und das war es auch schon! Den Rest erledigt Lightroom vollkommen automatisch im Hintergrund.

build

Die Smart Previews legt Lightroom übrigens am Speicherort eurer Katalogdatei ab. Ihr solltet dort eine Datei mit dem Namen Katalogname Smart Previews.lrdat finden. Es ist wichtig, dass diese auf eurer internen Festplatte liegt, falls ihr die Vorteile von Smart Previews voll nutzen möchtet.

catalog

histogramIhr könnt nun sehen, ob für ein Bild Smart Previews existieren,
indem ihr euch das Histogramm anseht. Unterhalb des Histogramms steht im Normalfall nur „Original Photo“. Sobald ihr die obigen Schritte durchgeführt habt, sollte dort „Original + Smart Preview“ zu lesen sein. Falls ihr eure Originaldateien, so wie ich, auf einer externen Festplatte gespeichert habt und diese nicht mit führt, zeigt euch Lightroom lediglich „Smart Preview“ an. Somit könnt ihr immer sehen, an welcher Datei ihr gerade arbeitet.

Wann lohnt es sich Smart Previews zu nutzen

Anfangs habe ich Smart Previews keinerlei Beachtung geschenkt! Da ich bis vor einer Weile noch einen großen iMac mit viel internem Speicher sowie mehrere externen Festplatten genutzt habe, habe ich mir einfach keine Gedanken um Speicher-Knappheit machen müssen. Dan stand der Umstieg auf ein MacBook Pro an, die in der aktuellen Generation mit wesentlich weniger Speicherplatz (aber dafür deutlich schnelleren SSD-Platten) verkauft werden.

Die anfängliche Enttäuschung darüber, nicht alle Daten immer im direkten Zugriff zu haben, verflog recht schnell, als ich Smart Previews besser kennen gelernt habe.

Mein Workflow sieht hier so aus, dass ich die Katalogdatei auf meinem internen Speicher habe. Alle Previews und Smart Previews legt Lightroom also auch auf der SSD ab. Die originalen Daten liegen auf einer flotten USB 3.0 Festplatte, die ich zwar meist dabei habe, aber eben nicht immer. Außerdem kann es nervig sein, immer noch eine extra Kiste mit herum zu tragen. Wenn ich nun ein neues Set an Fotos importiere, erstelle ich mir automatisch Smart Previews all dieser Bilder. So habe ich sicher gestellt, dass ich an meinen Fotos arbeiten kann, egal wo meine externe Platte sich gerade befindet. Habe ich ein Set durchgearbeitet, werden meine ausgewählten Bilder als JPEGs exportiert, die Originale wandern ins Archiv.

Gerade wenn ihr also mobil arbeitet, auf Reisen seid, oder aus irgendeinem anderen Grund darauf achten müsst, dass euer Speicher nicht voll läuft, seien euch Smart Previews hiermit ans Herz gelegt!